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Impftiter-Schnelltest: Nur so viel impfen wie nötig!

 

Seit kurzem haben wir in unserer Praxis die neuen Impftiter-Schnelltests, die schnell, einfach und sicher Auskunft geben, ob ihr Tier gegen die betreffenden Krankheiten noch einen ausreichenden Impfschutz hat oder, ob eine Auffrischungsimpfung durchgeführt werden sollte. Das Ergebnis ist nach circa 25 Minuten verfügbar und sie können direkt darauf in der Praxis warten. Wir sehen diese Tests als sinnvolles Instrument für impfkritische Tierbesitzer, den Impfstatus ihres Tieres zu überprüfen und nicht unbedingt benötigte Impfungen zu vermeiden. Auch die WSAVA (World Small Animal Veterinary Association) empfiehlt in ihren Leitlinien ausdrücklich die Verwendung von Impftiter-Schnelltests zur Vermeidung unnötig häufiger Nachimpfungen.

 

Beim Hund kann man für Staupe, Parvovirose und Hepatitis und bei der Katze für Katzenseuche und Katzenschnupfen ganz einfach feststellen, ob eine Auffrischungsimpfung notwendig ist und diese, wenn benötigt, gleich im Anschluss durchführen. So wird wirklich nur das geimpft was Sinn macht. Ein weiterer Vorteil der Durchführung als Schnelltest ist, dass die Titerbestimmung so preisgünstiger ist als im Fremdlabor.

 

Sicher fragen Sie sich, warum beim Hund nicht auch der Impftiter für Tollwut, Parainfluenza und Leptospirose bestimmt wird. Dies würde aus den unten genannten Gründen keinen Sinn machen:

 

  • Tollwut:

    1. Bei Reisen ins Ausland existieren gesetzliche Grenzverkehrs-Regelungen, welche eine gültige Tollwutschutzimpfung vorschreiben.

    2. Deutschland ist zwar tollwutfrei. Leider werden aber immer noch häufig illegal Hund und Katzen aus dem Ausland ohne gültige Tollwutimpfung importiert. So kann es sein, dass in Einzelfällen bereits erkrankte Tiere eingeführt werden. Dies führt dazu, dass jedes Tier, welches mit einem tollwütigen Tier Kontakt hatte, ausnahmslos eingeschläfert werden muss, denn so ist die rechtliche Lage.

    3. Zum Eigenschutz, denn Tollwut ist eine immer tödlich endende Erkrankung. Die eigenen Tiere sollen für Sie keine Gefahr darstellen.

     

  • Parainfluenza:

    Dieses Virus ist einer der Erreger der infektiösen Tracheobronchitis, die im Volksmund auch Zwingerhusten genannt wird. Hierzu muss erwähnt werden, dass auch ein geimpfter Hund an Tracheobronchitis erkranken kann, allerdings mit deutlich schwächerer Symptomatik. Da die Parainfluenza bei gut gehaltenen Hunden nicht lebensgefährlich verläuft, zählt sie nicht zu den Muss-Impfungen und daher macht eine Impftiterbestimmung nicht besonders viel Sinn. Allerdings sollte noch gesagt sein, dass, wer schon mal eine Tracheobronchitis bei seinem Hund erlebt hat, sicher auch froh ist über einen teilweisen Schutz.

     

  • Leptospirose:

    Bei der Leptospirose-Impfung handelt es sich um eine Impfung gegen eine bakterielle Erkrankung, welche keinesfalls länger als ein Jahr schützt. Aus diesem Grund macht eine Titerbestimmung keinen Sinn. Zudem muss gesagt werden, dass es sich bei der Leptospirose um eine Zoonose handelt, also eine Krankheit bei der Sie als Halter sich anstecken können. Eine frühzeitig erkannte Erkrankung ist zwar mit Antibiotika therapierbar, aber es gibt auch immer wieder verschleppte oder zu spät erkannte Leptospirose-Fälle, die tödlich enden.

 

 

Bei der Katze gibt es ja für die Freigänger auch noch die FeLV-Impfung (Leukose). Für diese gibt es keinen Titer-Schnelltest. Die Ständige Impfkommission empfiehlt in diesem Fall eine jährliche Auffrischung, woran wir uns auch halten. Allerdings kann sich eine gut durchgeimpfte und korrekt grundimmunisierte Katze, die älter als 7 Jahre ist, nicht mehr mit Leukose anstecken. Daher verhalten wir uns entsprechend und verzichten bei älteren Katzen auf diese Impfung.

 

Uns ist klar, dass es auch bei diesem Verfahren Kritikpunkte gibt. Der wichtigste wäre, dass auch ein Tier mit nicht nachweisbarem Titer möglicherweise gegen die betreffende Krankheit geschützt sein kann. Da wir aber mit hoher Sicherheit wissen, dass ein Tier mit nachweisbarem Titer geschützt ist, würde ich immer auf einem Titernachweis bestehen wollen.

 

 

Wichtig ist mir zum Schluss noch, dass es meiner Meinung nach kein Problem darstellt, den Impfempfehlungen der Ständigen Impfkommission und der Medizinischen Kleintierklinik der LMU München zu folgen.

 

Erwähnenswert ist auch, dass sich gerade durch die Titerbestimmungen erwiesen hat, dass eine sachgerecht durchgeführte Grundimmunisierung äußerst wichtig ist, um einen ausreichenden Titer für die nächsten Jahre zu erreichen. Schlampige und nicht vollständig durchgeführte Grundimmunisierungen führen immer wieder zu nicht ausreichenden Titern!